Inhalt Links
Inhalt Rechts
Rechte optische Spalte
Inhalt Mitte
Hauptinhalt
»Die Frage nach dem Ding« - Malerei | LEIPZIG |
Hans Aichinger | 17. September - 5. November 2005 |
![]()
Hans Aichinger – »Das Chamäleon« – zeigte sich in den letzten Jahren vielseitig und vielfarbig, nur nicht als Bildautor mit Markenzeichen. Die oft gesuchte typische ‚Handschrift’ zu verweigern war Teil seiner Haltung. Diese entsprang allerdings nicht etwa einem ungestümen Drang, sich einer stilistischen Zuordnung zu entziehen. Vielmehr war sie schlicht Resultat eines tiefen Zweifelns an jeglicher echten emotionalen oder vernünftigen Bedeutung des Bildes in unserer Zeit, die fraglos von Bilderherrschaft gekennzeichnet ist. Entsprechend dem Naturell des genannten Wechselwesens, ließ Aichinger denn auch seine Verwandlungskünste blühen und bediente sich bei der Wahl seiner Sujets munter aus den mannigfachen Ressourcen der Kunstgeschichte, der Massenmedien, der Popkultur etc. Eine sportlich-virtuose Ausführung ebenso vielfältiger Malweisen war dabei eine Selbstverständlichkeit. Somit tauchten fotorealistisch penibel durchgearbeitete Leinwände Seite an Seite mit pointilistisch dargestellten Dramen oder abstrakten Kompositionen und allen dazwischen liegenden malerischen Spitzfindigkeiten auf. Arglosen Besuchern einer Aichinger-Schau die vermeintlich vorgefundene Gruppenausstellung auszureden, führte daher bisweilen fast zum Eklat.
In jüngerer Zeit bekennt sich Hans Aichinger wieder zur Autorschaft und damit zur wundervollen Lebenslüge Malerei. In den neuen Bildern blitzt unübersehbar die frühere Vielgestalt durch, geht jedoch immer Verhältnisse mit Figuren ein. Die Bildheldinnen und –helden schweben im undefinierten, von Gegenständen und materielosen Darstellungen durchdrungenen Raum. Sie erscheinen in eigentlich schamhaften oder eher unsicheren Situationen. Dennoch wirken sie absolut nicht beschämt oder verschüchtert. Im Gegenteil, sie sind absolut bei sich, denn beschäftigt mit der »Frage nach dem Ding«.
